Das-Scheissleben-meines-VatersAndreas Altmann. Das Scheißleben meines Vater, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. Von Andreas Altmann immer „Das Scheißbuch“ genannt. Doch das ist es so ganz und gar nicht. Nur worum es geht ist bitter. Altmann würde wohl sagen erlebte Scheiße. Es geht um Gewalt in der Familie. Die Altmann Familie. Brachiale Gewalt. So bitter und so schockierend. Jede Seite ist mit schonungslosen Wörtern gefüllt. Jede Zeile wie ein Faustschlag. Brutal ehrlich. Ich spürte die Angst und die Gegenwehr so deutlich. Ich erschrak und kämpfte innerlich gleichzeitig. Kein Buch über Gewalt ist so gut geschrieben und so herausbrecherisch ehrlich. Es peitscht ins Gesicht und lässt die die Gewalt erleben und erlebten sehen oder noch einmal zurückblicken. Dankbar für dieses Buch was sagt was nicht sein darf und doch oft geschieht. Andreas Altmann ging durch die Hölle von körperlicher und psychischer Gewalt. Das Buch ist Gewalthorror. Möge es die aufwecken die ähnliches tun und die ermutigen die sich nicht trauen sich wehren. Ja und möge es die weiter bestärken die aus so einer Hölle raus sind. Gewalt in jeder Form ist und bleibt falsch. Sie richtet Schäden an die nicht heilbar sind und sie bringt Folgen die selten gut sind. Vieles begleitet Gewalterfahrende. Und ich meine damit wieder psychische und körperlich Gewalt. Beide. Oft ist es gut, dass uns Dinge oder Gedanken begleiten. Mit uns gehen. Aber die Erinnerungen und die Ängste in ähnlichen Situationen sind Begleitung die unnötig sind. Viele müssen damit leben. Leider. Täter haben aus normalen Menschen Opfer gemacht. Gut, wenn diese gewalterfahrenden Menschen dann den Mut haben irgendwann die Stirn zu bieten.

Die Täter? Nun ja…Mögen sie dieses Buch lesen und ihnen dank Andreas Altmann,  das schlechte Gewissen ins Gesicht peitschen. Genauso brutal wie ihre Schläge oder falschen, ausdruckträchtigen Worte oder Gebrülle. Mögen sie dann aufwachen und sich schämen. So sehr das sie dann nie wieder dazukommen so etwas zu tun.

Andreas Altmann ist eines meiner Lieblingsautoren. Seine Gewalt ist die Sprache und die Liebe dazu. Er kann wirklich schreiben. Viele sagen jetzt sicher in Gedanken:“Aber das können viele Menschen.“ Nein, ist hier eine klare Antwort. Wer die Sprache liebt und gern ausschöpft. An der Stelle sei gesagt die Sprache wird oft zu wenig ausgeschöpft. Andreas Altmann kann dies. In jeder Zeile!

 

Andreas Altmann. Das beschissen Leben meines Vater, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. Piper-Verlag. Auflage 3. Oktober 2012. 256 S.

Andreas Altmann Das Scheißleben…

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