Jenke von Wilmsdorff. Wer wagt, gewinnt. Leben als Experiment.

Manchmal durchblättere ich Bücher die ich gerade gelesen habe. Einfach noch einmal zurückzudenken. Was bewegte? An welcher Stelle kam ein Lachen? Wo schluckte ich?

An der Stelle, möchte ich euch wieder ein Buch ans Herz legen. Jenke von Wilmsdorff „Wer wagt gewinnt. Leben als Experiment.“
Es ist erschreckend, dass ein Mensch wie Jenke kommen muss und der Welt mal zeigen muss wo eigntlich die Probleme liegen. Egal ob Sucht, Behinderung oder die unbequemen Themen in unserem Leben. Er zeigt es. Peitscht es fast ins Gesicht der Blinden die nicht blind sind, sondern wegsehen. Ich bin gerührt, erschaunt, erschrocken, fasziniert und traurig, sowie lachend zu gleich durch dieses Buch lesend gegangen.

„Und ich habe akzeptiert, dass es Ängste gibt, die ich niemals loswerde, die zu meinem Leben dazugehören. Ganz oben auf der Liste steht die Angst vor dem Verlust eines geliebten Menschen. Weder mein Verstand noch meine Einsicht, weder Mut noch Erfahrung werden sie jemals mildern. Ich habe große Angst davor und werde sie immer haben…“

 

„Nicht alle Ängste sind schlecht, manche sogar überlebenswichtig, denn wir alle wissen, wo wir wir als Mensch heute stünden, hätten wir alle Ängste abgeschüttelt“.  (S.28) Bild

Selbst wer seine Sendung kennt, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Wer ihn noch nicht durch seine Sendung oder ähnliches kennt sollte das Buch kaufen und ihn dadurch kennenlernen. Die ihn kennen? Nun ihr solltet es auch unbedingt lesen.

Dies ist nicht nur einfach Unterhaltung, sondern brutale Realität. Manche denken vielleicht: …Ach wieder so ein Macho. Nein, er mag etwas rauhbeinig sein. Doch dabei so menschlich. Mit Gefühlen, Erfahrungen die auch mal fast lähmend sind, Gedanken die mich haben schlucken lassen. Der Blick dahinter auch hier wieder sehr wertvoll. Jenke schaut dahinter. Selbst als er das Experiment Blindheit und Taubheit machte war er nicht wirklich blind. Das Buch ist Sehens-und lesenswert, gedankenvoll zugleich. Ein Muss. Danke Jenke. Ein Danke reicht eigentlich nicht. Es müssten tausende Dankesworte sein. Weiter so.

Was mich am meisten daran bewegte? Diese Aufdeckung wie blind wir oft durch das Leben gehen, obwohl wir sehen können. Lachen? Auch oft. Jenke ist sich für nichts zu schade. Die Realität kann auch mal komisch sein.

Schlucken? Ständig. Bei den Themen Angst, Freiheit, Taubheit; Blindheit, Alkoholismus, Drogen, Arbeitslosigkeit, Flüchtlinge, Auswanderer, Rollstuhlfahrer, usw. Ja und bei der Untätigkeit in Deutschland mit Behinderten. Zu wenig wird getan. Selbst „Barrierefrei“ ist in Deutschland noch ein ganz klein geschriebenes Wort. Jenke änderte etwas. Denn oft bewegte sich dann etwas und wieder es muss immer erst einer kommen der wirklich sieht bis viele sehen. Ein wertvolles, anspruchsvolles Buch. Unbedingt lesen. Es müssen ja nicht immer Romane sein.

Jenke von Wilmsdorff. Wer wagt, gewinnt: Leben als Experiment. Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover). März 2014. 272 S. 14.99 €

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