Die Vorfreude auf Haruki Murakami. Von Männern die keine Frauen haben. Und „Das unvergessene Lachen“.

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Ich habe heute auf meiner Arbeit durch die Seiten der Verlage gesehen und bei DuMont standen Zeilen und ein Bild, welches mir ein riesiges Lächeln auf die Lippen zauberte. Das neue Buch Haruki Murakamis erscheint im Oktober. Von Männer die keine Frauen haben. (Vorgeschmack auf das Buch und eine kleine Rezension zu diesem Buch siehe Link. Aktualisierung 5.Oktober 2014.)

https://gedankenlabyrintherin.wordpress.com/2014/10/03/haruki-murakami-von-mannern-die-keine-frauen-haben-teil-1/Ich kann mich an jeden Moment, an jedes Buch von Murakami erinnern. Sogar wo und zu welcher Zeit ich es gekauft habe. Ich habe all seine Bücher gelesen. Nicht nur gelesen. Sondern genussvoll verschlungen. Dann oft noch einmal gelesen. Manchmal möchte ich alle Zeilen auswendig können.

Ich freue mich sehr wieder in den Genuss zu kommen noch in diesem Jahr ein weiteres Buch von ihm zu lesen.

Mein Lieblingsbuch von Haruki Murakami ist „Naokos Lächeln.“

Es ist ein Roman der erstmal von drei besten Freunden handelt. Töru, Kizuki und deren Freundin Naoko. Doch Kizuki nimmt sich das Leben. Beide verlieren ihren besten Freund. Dies geschieht schon recht früh im Buch. An dieser Stelle legte ich das Buch etwas aus der Hand. Das Gefühl ist mir so bekannt, dass jede andere Zeile darüber schmerzt. Jedes Mal wieder neu.

Mein bester Freund starb an einer Krankheit die damals die Menschen noch zu früh von der Welt nahm. Die Medizin war noch nicht soweit. In über 10 Jahren kann sich diesbezüglich viel ändern. Er hatte das Glück nicht und verließ damit die Erde für mich viel zu früh. Genau wie vier andere Freunde.

Aber Haruki Murakamis Buch „Naokos Lächeln“ ist nicht nur deshalb ein Lieblingsbuch, weil es so bewegt. Nein, es ist mehr.

Nun für einige mag das nun Erzählte kitschig sein. Etwas, was jeden Tag passiert. Dann ist dies so. Nur mir passiert dies nicht jeden Tag. Was wahrlich an uns rührt, rüttelt und bewegt ist doch im Wesentlichen sehr selten. Es muss nicht immer gleich Liebe sein (aber diese ist ja auch so selten), aber allein eine Verbundenheit und Wärme für jemanden zu haben ohne diese Menschen tief zu kennen ist etwas Besonderes. Genau wie in Haruki Murakamis Roman “ Naokos Lächeln“

Ich habe es gelesen und es erinnerte mich an einen weiteren besonderen Menschen. Naoko scheint das Wesen, selbst das Lachen von diesem Menschen, einer besonderen Frau zu haben. Ich schmunzelte beim Lesen immer etwas. Obwohl ich dieses Buch allein las, fühlte ich mich selbst ertappt.

Kennen sie den Moment, wenn sie ganz unsicher zu einem Gespräch kommen und ihnen schüttelt jemand die Hand, sieht sie an? Ja, sicher wird es jetzt in den Köpfen heißen. Unzählige Male. Nur meine Hand wollte die andere Hand länger halten. Selbst nach dem Gespräch diese Unsicherheit und eine erste Verabschiedung die schon fast weh tat. Das Unbekannte, welches die Kraft hat uns den Weg auf dem wir gehen zu entreißen, ist das was uns wirklich im inneren berührt und wie mit einem Pfeil trifft. Haltlos.

Ich sollte die Hand erst Wochen später wieder schütteln. Es verging kein Tag an dem ich nicht einmal kurz an sie dachte. Was ich tun sollte, meine Aufgaben, meine Arbeit waren ein Traum. Doch ich geriet durcheinander. Tausende kleine lange Fäden im Wind. Die von Zeit zu Zeit immer mehr ins Chaos gerieten. So fühlte ich mich. Was meine Augen am meisten betrachten sind Bücher. Aber dann sah ich sie. Nun oft. Sie war unglaublich, fast zerbrechlich schön und dieses Lachen. Nur was wäre all dies ohne ihre Tiefe. Ihre Augen verbargen ein Geschichte…leider hörte ich sie nie ganz. Es waren traurige Augen, welche viel erlebten. Aber mit einem lachenden Gesicht nicht von jedem gesehen wurden. Ja, ihre Tiefe und diese unfassbare, endlose Klugheit machten sie für mich erst so einzigartig. Jeder Satz saß bei ihr. Selbst bei einer kurzen Mail. Im Wissen war sie mir fühlend um Längen voraus. Was ich nicht ganz gewohnt bin. Einen unbezahlbaren Wert haben Gespräche auf Augenhöhe oder jene die immer im Dialog ergänzend sind.

Ich stellte fest das selbst die wundervollsten Buchseiten mich und meine Augen dazu brachten über die Zeilen zu gehen. Diese loszulassen. Dann Sie , einfach sie ab und zu ansehen. Gedankenvoll das Buch unbewusst zu schließen und kurz im Moment verweilen. Solche Augenblicke gab es viele.

Etwas war mit ihr vertraut, obwohl wir uns nie vorher kannten. Wenn es ihr nicht gut ging konnte ich damit nicht umgehen. Nur, weil ich das Gefühl hatte ich spürte es. Eines Tages ging es ihr wirklich nicht gut. Mein Ton mit ihr zu reden war plötzlich selbst für mich erschrocken scharf. Ein Ton den ich selbst so nie zu sprechen vermag, weil er nicht angemessen ist. Sie ging zur Seite und irgendwann brachte ich den Mut auf mich zu entschuldigen. Ich stand vor ihr nicht wie eine erwachsene Frau die immer bei anderen, wenn es ihnen nicht gut geht rational handelt, sondern wie ein Mensch der gerade lernt neu zu laufen, wie ein Kind mit ersten Schritten, ein Kätzchen welches erstmals auf den Pfötchen langsam durch den Raum geht. Ich sagte liebevolle Worte zu ihr und ging so schnell es ging aus der Situation. Denn ich hätte sie lieber gehalten, einfach nur gehalten als Worte zu sagen die nur in den Gängen und Räumen verschwanden.

Sie betrat oft den Raum und ich wusste sie lacht aus vollem Herzen oder wie so oft einfach nur, weil es besser ist an manchen Orten ein , wenn auch unechtes Lachen aufzusetzen. Doch egal was war, ihr Lachen war so zeitlos wundervoll. Ist es noch. Aber die Uhren nicht. Tage, Wochen, Monate vergingen.

Ich wurde krank und verlor Freunde von mir. Der Weg wurde mir diesmal nicht positiv unter den Füßen weggezogen. Ich fiel und erholte mich gesamt erst Jahre später.

Das Leben ging weiter. Entwickelte sich. Verbundenheit und Tiefe begegneten mir noch mal, wenn auch sehr selten. Liebe klopfte an. Kam herein und ging. Tiefe Freundschaften entstanden. Spuren wurden hinterlassen. Mal im loslassen, mal leider im ganz gehen von jemanden oder nur durch das Leben. Ich fand den Ort wo ich hingehörte. Das was ich mit dem Herzen verfolge und damit gern arbeite.  Nein, kein Mensch an meiner Seite ist damit gemeint. Gedankenlabyrinther/innen sind oft gern allein.

Mein Blicke fallen also immer noch am meisten auf Bücher. Auf geschriebene Zeilen. Auch mal von mir.
Diese Frau mit dem unvergesslichen Lachen verschwand leider dann fast aus meinem Leben. In Gedanken nie. Nur selten sahen wir uns mal…

Wenn ich diese Frau nun sehe, schaue ich heute noch oft runter. Die Blicke gehen fast vorbei.  Nicht immer natürlich. Für mein Alter fast ein kindischer Zug. Ich schreibe so oft. Rede, wenn ich nicht gerade die absolute Stille brauche viel, aber es fehlen mir die Worte. Ich bin nicht sprachlos. Nur was sage ich nur nach all den Jahren? Ein Nicken…reden und doch ja die Worte fehlen. Leider.

Naokos Lächeln von Murakami erinnert mich an sie…immer noch. Erst vor Wochen las ich es wieder. Ein grandioses, unvergessliches Buch. Ein Roman über Verlust. Das Weitergehen. Das wieder neu lieben. Loslassen. Anders lieben, leben und irgendwie nie vergessen. Ein Stück perfekte Literatur und ein Stück Erinnerung. Einfach ein Genuss.

Ähnliche Geschichten schreibt ab und zu das Leben selbst. Hier nun ein wenig erzählt. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Nur wie ein ganzes Buch den Titel eines besonderen Lächelns trägt, so habe ich dieses eine Lächeln was mich so bewegte, diese Frau … in all den Jahren nie vergessen…

„Das unvergessene Lachen“

Ich widme ihr diese Zeilen.

Unknown

Versuchung

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Manchmal klopft die Ruhe an die Tür
Brutal wie ein Faustschlag
Der Holz durchbricht
So laut was leise sein soll

Herzen schlagen in einem Takt
Der Rhythmus ein Beat
Liegen und leben wie auf Federkissen
Wie in Seifenblasen tanzen

Alltag der sanften Boden hat
In Büchern herum unendliche Geschichten
Seiten die viel und nicht das Eine sagen
Aufatmen die einzige Ruhe die nicht klopft

Mit der Ruhe immer etwas klopft
Nicht hinhören können
Alles noch zu leise ist
Augen wissen fast da

Innerlich der kleine Kampf
Gegen sich selbst
Etwas immer wieder versuchen
Was eigentlich nicht geht

Immer dieses Klopfen
Zwischen leise und nun etwas lauter
Es ist wie ein dumpfer Knall
Was nicht soll ist nun unüberhörbar

Permanent ein gleichmäßiger Ton
Turnschuhe auf neuem Asphalt
Jeder Schritt irgendwie schneller
Gehetzte können in Gedanken laufen

Im Gedankenlauf anhalten
Und dieses verdammte Herz schlägt
Zurückblicken dieses Klopfen hört auch nicht auf
Ketten zerrissen schmücken den gerannten Weg

Plötzlich in einem Tunnel stehen
Der einfach im Dunklen steht
Laufen auf tausend prickelnden Pflastersteinen
Während Sommerregen mit Brausepulver fällt

Wieder raus immer weiter
Dieses Klopfen hört nicht auf
Anderer Takt im Herzen auch nicht
Einmal höre ich nun hin

Wäre das Klopfen ein Lied
Es wäre nichts aber mit Bass
Einfach nur unaufhörlich so monoton
Keine Regler zum Runterdrehen

Was zu leise war ganz laut
Deutlich zu hören
Alles andere endlich mal still
Während da etwas noch einmal klopft

Irgendwie etwas was ganz leicht streift
Ein Lächeln auf dem Gesicht bringt
Wie Meeressalz und Wellen auf Haut schmeckt
Am Strand läuft die Löwin gern allein

Das Beißen auf die Unterlippe
Das Klopfen immer noch da
Die Tür geöffnet
Das Klopfen hört auf

Gedankenbildlich läuft etwas hindurch
Das Klopfen die Ruhe ist
Mit der Vorsilbe Un- in der einen Hand
Und mit der Versuchung im Gepäck

Es wird still
Kein Klopfen mehr
Das Herz rast mit der Unruhe
Verkrampft halten die Hände vorsichtig das Gepäck

Nachtgedanken: Fehler und die verlorene Leichtigkeit

Viele sahen das Fussballspiel. Doch hier war Stille. Irgendwie Gedanken an Jahre zuvor. Mit der Frage die durch den Raum fliegt: Können Fehler die wir einst taten uns selbst nach Jahren einholen? Auch, wenn viele Fehler menschlich sind. Im Tun der Fehler war auch viel Gutes. Eine schöne Zeit vor Jahren. Ein einander gegenseitig aufbauen in einer schweren Phase. Doch im Hintergrund schwimmen manchmal Dinge mit. Sie schwimmen, weil sie traurig sind. Andere Personen die durchhielten was unfassbar war. Wir sehen die Fehler. Bedenken sie auch oft. Gehen aber weiter. Stehenbleiben geht nicht. Irgendwann wird alles blass.

Rückblickend würden wir vieles nicht mehr tun. Einfach daraus gelernt. So ist es fast begraben. Irgendwie still wie die Nacht gerade in der hier kein Fussballspiel läuft. Doch manchmal gehen wir raus. Leichtigkeit überall. Spontan sehen, reden. Doch plötzlich gibt es einen Moment der uns wie ein Brett, welches von einem hohen Gerüst fällt, mitten auf den Kopf schlägt. Unsichtbar. Wir bleiben locker. Nach außen die Leichtigkeit. Ja, ganz locker. Geschulte Coolness. Aber wir hören und spüren den Knall. Mitten in die Gedankenbahnen. Nachdenklichkeit. Wir werden an damals erinnert und eben dadurch noch nach Jahren gibt es keine Leichtigkeit. Wir schlucken ungesehen als würden wir einen Tennisball verschlucken müssen. Die Kehle ist wie trocken. Wir hatten etwas vergessen. Unser Gesicht lacht während es innerlich erstarrt. Wie viel wir gleichzeitig denken ist unzählbar. Nachdenken die automatische Leidenschaft neben der Gewollten, gefundenen wie Bücher, das Schreiben.

Vielleicht werden Fehler manchmal blass, aber um sie wirklich zu verstehen werden sie uns noch einmal deutlich mit viel Krach aufgezeigt. Das lauteste Konzert, ein Riesentrommelschlag könnten den Schlag und Krach nicht übertönen. Das fallende Brett auf uns, ist eine klare Erkenntnis. Nie mehr etwas wie vor Jahren und doch im sitzen der Nacht und diese Stille …Ja nie mehr und schade Uhren können wir nicht zurückdrehen. Wir wären wohl damals nicht losgelaufen, um diesen Fehler zu machen. Nicht so. Die Nacht wäre dann immer noch ganz still. Lautlos mit vielen Gedanken, aber es gebe diese Fehler vor Jahren nicht. Nur rückblickend vor Stunden ein, zwei… Lachen, reden… mit Leichtigkeit.