Andreas Altmann. Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina. Konfliktaustragung auf falschen Schultern. Die Kriegssinnlosigkeit

Als ich Andreas Altmanns Buch zugesendet bekam, war erst einmal die Freude wieder ein Buch von ihm zu lesen. Für mich ist wie in diesem Blog schon öfters beschrieben einfach der Teufel des Schreibens. Er wütet mit der Sprache gnadenlos auf einem endlosen Feld. Nur wenige vermögen dies. Andreas Altmann schont nicht sondern peitscht die Wahrheit heraus. So auch in Verdammtes Land…

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Andreas Altmann. Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina. Piper Verlag. 10. März 2014. 304 S. 19.99 €

Lesenwert. Informativ und sprachlich ein unverzichtbarer Hochgenuss, wie ich finde.

Ich werde diesmal keine Zitate oder ähnliche Dinge daraus veröffentlichen. Denn es soll im Ganzen nur eine Empfehlung sein. Eine Empfehlung, die gerade im Jetzt sehr wichtig ist. Da war nun dieses Buch. Ich wusste um die Brisanz. Aber nicht, dass sich diese Wochen später noch einmal, um das nahezu Doppelte verstärken würde. Dieses Buch ist wichtig. Es zog mich hinein. Manchmal schien es als würde ich bei Gesprächen dabei sein oder all die nicht geliebten Geräusche, die eigentlich niemand hören will, hören. 82332602-p-590_450 In diesem sogenannten verdammten Land lebt der Konflikt und doch irgendwo dazwischen findet Andreas Altmann etwas wie Zusammenhalt, Humanität und auf der anderen Seite einen Appell daran. Sein kluger Zynismus an einigen Stellen mag vielen ein Dorn im Auge sein. Doch es ist genau richtig, wie ich finde. Die Bitterkeit eines endlosen Krieges lässt sich manchmal nur so festhalten und deutlich machen. Dieses Buch ist ein Muss, um hinter einen Konflikt zu blicken, der Länder betrifft, die uns schier fremd sind. Das Thema ist wissenswert und aus diesem Buch ist mehr zu erfahren als die häufige Oberflächlichkeit der Medien. Die Menschen schimpfen in diesen Tagen so oft über das Thema. Schlagen sich auf eine Seite. Tragen Schilder mit Worten, die schon Antisemitismus zeigen. Das ist falsch. Im absoluten Konflikt zweier Länder sollten die die Außen sind nicht auch verachtend handeln, sondern wissen. Dazu ist Andreas Altmanns Buch perfekt. Vieles in dem Buch schockierte mich. Es ist bedrückend, traurig und immer diese Machtlosigkeit. Es fallen Bomben. Die Grausamkeit hat keine Grenze. Explodiert ein Haus. Es wird vorher angeklopft. Eine groteske Handlung die Übelkeit hervorruft. Die Zeit der Flucht ist zu gering. Gnadenlos fällt so ein Haus nach dem minimalen Klopfen zusammen. Nimmt alles. Man möchte an das Hirn derjenigen klopfen, welche den Auftrag dazu erteilen und bei denen die Bomben abfeuern. Ja, und dann möchte man fragen, ob sie hören, dass in ihren Köpfen nichts ist. Dass sie gerade getötet haben. Eine Idee, die sich nur in Sinnlosigkeit zerschlägt. Gewissen, Skrupel gibt es nicht. Es spielen Kinder auf dem Spielplatz und von oben lassen zwei Menschen eine Bombe auf eben diesen Platz fallen. Zurück bleibt der Verlust und der bittere Geschmack der Herzlosigkeit. Irgendwie möchten sicher viele von uns diese Menschen schützen oder die Kriegstreiber schütteln, aber es geht nicht. Es ist nur daran sich nicht auf irgendeine Seite der Länder zu schlagen, sondern auch die Geschichte zu allem dazu zu lesen, ja zu wissen. Auch in einem Krieg auf der Welt ist Wissen immer noch Macht. Die Geschichte Israels und Palästina ist eine Lange. Aber sehr lesenswert. In keinem Buch wird alles so genau und so menschennah beschrieben. Der Sog mit dem Altmann schreibt ist ein Strudel. Ein nötiger, kluger wortreicher Strudel. Besser als Fachbücherwälzereien. Ein Buch. Ein Konflikt zweier Länder. Ein gutes Grundwissen danach. Lesenswert, aber das sind Bücher von Herrn Altmann ja irgendwie immer.

Für mich gibt es keine Seite. Es gibt nur eine innerlich und damit laute Stimme. „Ich bin gegen Krieg und gegen gewaltsame Konflikte.“ Das Buch Verdammtes Land…schont nicht. Aber Andreas Altmann geht umsichtig und nicht wertend heran. Nur wertend in so viel, dass es nahezu an absoluter Hirnlosigkeit grenzt, sich zu bekriegen. Die, die schon wenig haben. Deren Schultern schon soviel Last haben müssen noch die vernichtende Kraft des Krieges spüren. Es macht traurig, sprachlos. Möge es bald Lösungen friedlicher Natur geben. Mögen die Menschen, obwohl sie sehen bald wirklich sehen und Vernichtung, Krieg, Skrupellosigkeit in den absoluten Hintergrund treten. Mideast Israel Palestinians

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Ein Kommentar zu “Andreas Altmann. Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina. Konfliktaustragung auf falschen Schultern. Die Kriegssinnlosigkeit

  1. […] Buchtipp dazu: Überarbeitete Rezension: Andreas Altmann. Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina. […]

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