Der wichtige Blick hinter ALLES. Oberflächlichkeitsurfer-Ein Gedicht.

Ich möchte den Blog wahrlich hauptsächlich für Bücher nutzen, aber auch für Gedanken, Gedichte von mir. Die letzte Woche war sehr reich an Literatur, aber auch an Gedanken. Mir begegnen jeden Tag Menschen und ich genieße das, da ich sonst recht still bin und nur einen engen von mir sehr geschätzten Freundeskreis seit Jahren pflege. Doch blicke ich mal hinaus ist manches schön und manches nicht. Gerade in der letzten Woche merkte ich Oberflächlichkeit, die irgendwie im Alltag oder zwischen Büchern und Texten lief. Innerlich schüttelte ich mehr als zweimal meinen Kopf. Es wird nicht gefragt was war? Es werden verurteilende Worte gesagt, die unangemessen und einem Menschen nicht entsprechen. Früher habe ich noch Einspruch erhoben, wenn es Freunde oder mich traf über die Verurteilungen getätigt wurden und Erklärungen gegeben, die dann in gnadenlose Sinnlosigkeit verliefen. Heute schreibe ich und es ist tausendmal besser als verschwendete Worte. Die besten Ohren hören nicht, wenn sie nicht wollen. Ich habe gesehen, wie für viele eine aufgebaute Welt zusammenbrach. Plötzlich schrie die Seele oder eine Krankheit nahm alles fort, wie die Ebbe das Wasser. Für mich bedeuteten diese zwei Einschnitte Jahre, einen erst aufgegebenen Traum und immer noch ein nicht ganz funktionieren. Doch, egal ob in meinem Freundeskreis oder ich selbst es wurde, oft geurteilt ohne zu fragen. Wenn Schicksale, eine Krankheit wie Lupus, Krebs oder auch eine Depression, die unweigerlich dann oft hinzukommt, plötzlich wie ein scharfes Messer ins Leben einen Schnitt machen, dann gibt es die Rundumfunktion nicht mehr. Ich habe Worte gehasst wie „Ach du bist einige Tage zu Hause, da hast du es ja gut.“ Genau über diese Oberflächlichkeitssurfer, oder wie Andreas Altmann sie gern nennt „Dunkelbirnen“, die, die nicht wissen, wie es ist wirklich wieder aufzustehen. Genau über sie, habe ich ein Gedicht verfasst. Denn sie sehen nicht, obwohl sie nicht blind sind. Es mögen harte Begriffe sein, aber sie sind nicht niederschlagend gemeint, aber doch dazu da einmal gesamt! zu betrachten.

Mich rettet das Schreiben und Lesen oft, wenn ich nicht laufen kann, die Gelenke wie eingefroren sind und das ganze Immunsystem zusammenkracht. Manche rettet das Malen, das Reden. Aber vor allem das Mitdenken, tiefer Denken anderer. Mitleid will keiner nur einen kleinen Blick dahinter.

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Oberflächlichkeitssurfer

Surfen auf der kleinen Welle

Ohne Brett auf dem Wasser

Sondern vor dem Kopf

Mit innerlich geschlossen Knopf

Über dem Wasser Unten alles flach

Alles ganz seicht

Ob flach schwimmen reicht?

Ihr Wissen das Nicht-Wissen

Und doch schnell urteilen

Die Tiefe kennen sie nicht

Das gelebte Sonnenscheinkindgesicht

Wenn andere scheitern

Nicht hinterfragen

Nur perfekt funktionieren

Doch Unwissen kann nicht imponieren

Die kleine Welle

Nur seichtes Gebiet hat

Das tiefe Wasser die große Welle

Ohne eingeschränkte Zelle

Auf den großen Wellen

Schmecken wie das Meer wirklich ist

Mal sehen ist jemand seelentot oder krank

Nichts passt in einen Schubladenschrank

Für viele ein gerader Gedankenkanal

Ohne Zwischenwege

Eine Frage kommt bei Gedankentiefe heraus

Sterben Obeflächkeitssurfer jemals aus?

S.Hö 15.09.2014

Diese Zeilen widme ich zwei Herzensmenschen, die selbst kämpfen und mich doch in meiner Zeit der Krankheit lang begleiteten, es noch oft tun und denen, die auch meine wahren Freunde sind.

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