Alon Hilu. Das Haus der Rajanis. Buchtipp dazu. Andreas Altmann. Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina.

Ein so wundervolles Buch, dass es schade wäre, keine Rezension darüber zu schreiben. Meine Bücherliebe ist sehr groß, aber ab und zu verliebe ich mich für eine Zeit in ein Buch. Das Haus der Rajanis ist so ein Buch. Es begleitete mich in Gedanken mit einem literarischen Kribbeln auf einigen Wegen und in vielen Stunden.  $_72

Dieses Buch war eine goldrichtige Empfehlung, die ich vor einiger Zeit bekam.

Ich lese immer parallel mehrere Bücher und dieses brauchte Zeit. Es ist kein Buch, das in einer Nacht gelesen werden sollte. Es fließt in den Worten und in der Sprache wie ein frischer Honigfluss, wenn es ihn denn geben würde. Doch zwischen einer Geschichte und den Geschehnissen zweier Familien ist es auch einmal gut, eine Pause einzulegen. Ruhe zwischen den Zeilen einziehen zu lassen.  

Einfach die schöne Sprache aufzunehmen und nachzudenken.

Es handelt von einem jungen jüdischen Ehepaar. Isaac Luminsky und seine Frau Esther. Sie reisen ins Land Zion, um dort ein neues Leben zu beginnen. Am Anfang ist lesend eine richtige Freude darüber zu spüren. Aufbruch und Zufriedenheit. Doch es wird schnell klar, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. Probleme tauchen auf und selbst als eine Verbindung zu einer anderen Familie den Rajanis vorhanden ist, wird diese von einem baldigen Schatten übermalt. Zuerst freundet sich Isaac mit dem elfjährigen Sohn Salach an, schafft Arbeiter zu dem schönen Anwesen der Rajanis und hat doch einen hintergründigen Plan. Es wird eine Grenze von Isaac mit der Mutter Salachs überschritten, die Salach Rajani auf frischer Tat mit seinen Augen zu sehen bekommt. Aus einer Verbindung wird ein Riss und Hass. Salach verliert sich zusehens darin. Seine Psyche schon vorher mit Wunden betroffen, erhärtet und wird dunkler. Realität und Wahnsinn laufen den selben Weg.

Das Buch ist wirklich ein sehr kluger Roman. Nicht nur in dem Eindringen des Denkens des Jungen, sondern auch in der Geschichte. Die Ursprünglichkeit und genaue Geschichte zwischen Israel und Palästina wird nicht im Detail geschrieben und doch ist alles wie ein roter guter erklärter Faden. In einem Tagebuchstil, aber auch historisch. Die Anfänge der israelischen und palästinischen Konflikte werden mit diesen so eben genannten Familien aufgezeigt. Eine Konfliktgeschichte, die heute hart unterstrichende Wahrheit hat. Der Roman ist politisch und so außergewöhnlich in den Worten, wie eine kleine poetische Reise, dass ich das Buch nur mit ganzem Herzen empfehlen kann.

Es gibt Bücher, die sollten gelesen werden und Bücher wie dieses, das schon irgendwie ein schönes starkes „Muss gelesen werden“ hat.

Buchtipp dazu: Überarbeitete Rezension: Andreas Altmann. Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina.

Alon Hilu. Das Haus des Rajanis. C.H. Beck. 18. Februar 2011. 355 S. 19.95 €

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