Sebastian Fitzek. Passagier 23.

Ich lese gerade ausgewöhnliche literarische und sehr poetische Romane. Ein Hochgenuss für mich.

Aber gelegentlich, wenn auch recht selten mag ich dazwischen ein anderes Buch aus dem Bereich Horror oder Thriller. Diesmal nicht Stephen King sondern Sebastian Fitzek.

Jährlich verschwinden im Schnitt 23 Menschen bei Kreuzfahrten. Klingt recht wenig und doch manche scheinen wiederzukehren …

So in dem neusten Roman von Sebastian Fitzek. „Passagier 23“

Ich schreibe diese Rezension und denke daran, dass ich Sebastian Fitzek ein erstes Mal sah und mit ihm sprach, nachdem „Die Therapie“ von ihm veröffentlich wurde. Bis heute mein Lieblingsthriller.

Rückblickend ist er nun ein Bestsellerautor und dies völlig zurecht. Seine Bücher versprechen immer Hochspannung und den lesenden guten Nervenkitzel.

Der Protagonist des Thrillers ist Martin Schwartz, Polizeiermittler. Er hat eine traurige Vergangenheit, in der er seine Frau sowie seinen Sohn an Bord eines Kreuzfahrtschiffes verlor.
Sein Leben geht nur mühsam weiter. Denn lieben tut er dieses nicht wirklich. Er ist zu einem extremen Adrenalinsüchtigen geworden.
Doch durch den Anruf einer älteren Dame, die ihm mitteilt mehr über das Verschwinden seiner beiden Lieben zu wissen verändert sich etwas. Etwas Hoffnung keimt auf und etwas später betritt er das Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“

Es geht an Bord und der Horror fährt mit.

Ich lerne die Menschen an Bord kennen und überall durchzieht sich ein Schauer.

Keine der Personen mag ich wirklich. Dies ist aber auch nicht nötig. Nur Martin Schwartz gewinnt etwas an Sympathie durch seine erlebte Familientragödie, welche sein merkwürdiges Verhalten ein wenig zu erklären scheint.

An Bord lernt er Anouk, ein Mädchen von elf Jahren kennen. Dies wäre nicht so besonders. Aber Anouk ist wieder zurückgekehrt und in der Hand hält sie den Teddy von Martin Schwartz Sohn.

Schnell stellt sich heraus, dass ich das Buch in der Nacht nicht mehr zur Seite legen werde. Der Wecker klingelt durch einen freien Tag nicht und so kann eine thrillerreiche Nacht fortgeführt werden. 40820855z

Fragen tauchen auf und bilden sich zu weiteren. Gefundene Antworten bringen mich zum Nachdenken oder verunsichern mich. Gelegentlich möchte ich schneller lesen, da ich endlich alles wissen möchte. Ich mache mir in der Zeit nicht einmal einen Earl Grey. Nur weiterlesen. Unaufhörlich. Wäre mein Leseverhalten bei diesem Buch ein zu beschreibendes Naturgeschehen. Es wäre die raue See mit Sturm. Die Wellen schlagen gegen ein Schiff, das ständig auf und ab das Wasser durchschneidet.
Ungewiss, wie alles ausgeht.

Leseadrenalin pur. Ich bin fassungslos über manche Wendungen und froh all seine Bücher gelesen zu haben, denn so manche Person und Satz ist aus einem anderen Thriller von Sebastian Fitzek.

Ich bin positiv überrascht und es ist bereits hell, als ich das Buch ausgelesen haben und somit schließen kann. Zu den Fragen gibt es Antworten, aber manche sind unfassbar. Für mich unfassbar gut und unvorhersehbar. An dieser Stelle sei gesagt bitte wirklich alles in dem Buch lesen. Danksagungen zum Beispiel auch.

Wirklich etwas müde bin ich erleichtert nicht auf einem Kreuzfahrtschiff zu sein, sondern einfach nur mit meiner Katze in einer Wohnung ohne weitere Passagiere an Bord.

Ein Buch, das einem vor Spannung positiv den Schlaf nimmt. Also auch ein Hochgenuss.

Über Kreuzfahrten denke ich jetzt etwas anders.
Ich liebe das Meer. Am meisten die Inseln, die vom weiten Meer umgeben sind und von ihnen aus die Schiffe zu sehen sind.

Eine große Kreuzfahrt habe ich noch nie gemacht. Vielleicht ist es, das ein wenig Gefangensein, was mich stets davon abhielt.

Ich reise lieber mit anderen Verkehrsmitteln. Schiffe sind aus der Ferne am schönsten.

Denn wie schon gesagt 23 Passagiere gehen im Durchschnitt jährlich verloren …

Aber ich finde es war eine großartige unheimliche Schifffahrt. Lesend würde ich immer wieder an Bord gehen.

Sebastian Fitzek. Passagier 23. Droemer Verlag. 30. Oktober 2014. 19.99 €

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