Weniger Listen sind mehr. Buchpreise, Blogger, der deutsche Buchpreis. Und Herzensbücher brauchen keine Liste oder einen Preis.

Die Shortlist kommt raus und kaum bin ich vom Literaturfestival spät am Abend zurück, lese ich Tipps dazu von einigen, auch von den Buchbloggern, die ich recht gut finde, da eine meiner Lieblingsbloggerin dabei ist.

Da ich nun bis auf zwei Bücher die Longlist durchhabe (einige las ich vorher schon), ist es ein natürlicher Gedanke, welchem Autor oder Autorin ich die Daumen drücke. Vieles ist dann in den Rezensionen hier und beim Bücherkaffee zu lesen.

Ich komme ins Nachdenken. Sind Listen so oft nötig? leere_listeManche Verlage und Bücher werden dann hervorgehoben. Andere treten in den Hintergrund und verschwinden für Leser. Plattformen, wie wordpress, Facebook und Co sind Mittel die Leser, Buchinteressierte zahlreich nutzen. Daher sind leere Listen mehr für Bücher und Autoren. Denn Offenheit sollte auch in der Literatur nur wenig Listen haben.

Daher reicht die Liste des Buchpreises aus und selbst darüber denke ich oft nach, mache aber dadurch immer wieder neue Entdeckungen, die ich nicht missen möchte. Aber mehr sind wirklich nicht nötig, finde ich.

Ein Beispiel für die Falschheit an noch mehr Listen: Ich habe Herzensbücher, die ich schon mehrmals las, die mich immer wieder berühren. Jeder hat dies. Keines der Bücher wurde ausgezeichnet. Ich gebe diese Bücher auch an Freunde weiter bzw. verschenke diese Bücher. Oft werden sie auch gemocht, aber manchmal nicht verstanden, nicht gut gefunden, weil sie für die Person nicht passend sind, aber mir dennoch ganz viel bedeuten. Es ist egal, ob diese Bücher dann in Listen von anderen stehen.

Persönlich werde ich also keine Bilder posten mit zusätzlichen Listen erstellen, da ich das wie einige andere Blogger/BuchhändlerInnen, Autoren, Verleger nicht mag. Die Woche war dies auch kurz ein Thema beim Literaturfestival. Es genügt etwas über Bücher zu schreiben, sie zu empfehlen, weil sie mir gefielen.

Vielleicht sollte es wirklich weniger Listen geben und dafür mehr Beiträge über Bücher und mehr das Sehen, wie schwer es ist ein Buch zu schreiben. Listen sind mit Absprache schnell rausgebracht. Ein Buch dauert viel mehr als ein paar Stunden.

Literatur ist und bleibt Geschmackssache. Das Schreiben eines Buches an sich ist schon schwer, die Gedanken und die Ideen im Kopf festzuhalten. Was nützen mehr Listen, die Werke hinter sich lassen? Nichts!

Zusätzliche Listen weniger Menschen, wenn doch ein Buch, das Schreiben, Herausbringen, Lesen von Literatur so viel mehr ist, sollten daher weniger Bedeutung bekommen.

Schreiben ist eine mühsame, wenn auch oft notwendige Arbeit. Das schönste Buch kann für uns auch das sein, was kaum einer kennt. Für eine/n AutorIn das, welches sie oder er, einfach gedruckt in den Händen hält. Für Verlage auch ein Gewinn.

Ich würde mir wünschen, dass viele einmal daran denken, wenn Listen von Büchern im Jahr wieder einen großen Raum einnehmen.

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6 Kommentare zu “Weniger Listen sind mehr. Buchpreise, Blogger, der deutsche Buchpreis. Und Herzensbücher brauchen keine Liste oder einen Preis.

  1. dj7o9 sagt:

    Ich kann gut nachvollziehen was Du meinst auch wenn ich Listen aller Art grundsätzlich sehr liebe 😉

    • Ja, ich mag doch zum Beispiel die Longlist auch, aber wenn einige dann auch noch Listen machen ist das unproduktiv und falsch lagen die meisten entweder absolut oder fast nur falsch, obwohl manche Bücher gerade aktuell sehr passend sind und schon im Vorfeld als Favoriten galten, aber auch sehr gut sind.

  2. Frank Duwald sagt:

    Ich bin wie Sabine ein großer Fan von Bücherlisten. Allerdings nur, wenn sie zwanglos sind wie beispielsweise die bei Book Riot. Aus solchen Listen sauge ich die meisten Geheimtipps, und ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Das sind aber sehr subjektive Listen ohne irgendeinen Anspruch auf faktischen Wert.
    Was aber momentan für eine Welle um diese ganzen Long-, Short- und Gegenlisten getrieben wird, finde ich nur noch lästig. Ob Blogs, Facebook oder Twitter: alles ist überflutet mit Beiträgen zum Deutschen Buchpreis. Es geht mir einfach nur noch auf die Nerven. Ich möchte nichts Schlechtes über die Bücher sagen, die auf den Listen stehen, aber gibt es nichts anderes Gutes mehr zu lesen als diese paar Bücher? Sind die Bücher der Shortlist so etwas wie der Heilige Gral?
    Ich sehe es genauso wie du: Bücher sind erst wirklich groß, wenn sie geliebt und möglicherweise immer und immer wieder gelesen werden. Herzbücher sind keine Saisonware.

    • Nun ich liebe die Longlist schon, aber wie ich schrieb, wenn dann noch andere Möchtegernlister kommen, ist das zu viel und ja es wird auch zu viel Trubel gemacht und andere Bücher geraten in den Hintergrund.

    • Muromez sagt:

      Frank, da geht es mir ähnlich. Ich blende den Deutschen Buchpreis so weit wie möglich aus und lese einfach genau das, worauf ich Lust habe. Lasse mich nicht zwingen und nehme gerne in Kauf in diesem Fall nicht up-to-date zu sein. Das ist mMn ein reiner Marketingpreis, der mir irgendwie nicht transparent genug erscheint. Tipps von Freunden oder Bloggern haben einen anderen Wert.

      Ansonsten finde ich die Gedanken in diesem Artikel interessant. Aber auch ich liebe Listen, jedoch mehr solche, die keinen kommerziellen Hintergrund besitzen. 🙂

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