Banana Yoshimoto. Moshi Moshi. Lesung und Gespräch mit Knut Elstermann. Internationales Literaturfestival Berlin.

Es war schon ein langer Tag, und dann gehen die Türen vom Haus der Festspiele auf. Immer noch huscht ein Lächeln über meine Lippen. Banana Yoshimoto ist da. Eine Autorin, die ich so sehr schätze. Auch zu dem Zeitpunkt wird schon deutlich, wie herzlich sie ist. Als wäre sie nur ein ganz normaler Gast, geht sie durch das Foyer, in den Garten und lächelt staunende Gäste an. Noch ist es recht ruhig.

Die Zeit vergeht allerdings wie im Flug. Ich muss noch kurz weg und komme dadurch fast zu spät zur Lesung.
Ich sitze vorn, versuche den Moment etwas einzufangen, aber meine innerliche Freude kann ich eben nicht mit einer Kamera festhalten. In meiner Tasche liegt nämlich ein signiertes Buch von Banana Yoshimoto, und nun sehe, höre ich sie weiter live auf der Bühne. Mit Kopfhörern auf den Ohren lausche ich auch der Übersetzerin, die eine unglaubliche Leistung vollbringt. Denn sie übersetzt das Japanische immer passgenau. Am Anfang nimmt Banana Yoshimoto ihr Handy und IPad, um zu fotografieren. „Zur Erinnerung“, sagt sie. Im ganzen Saal ist ein durchweg wohlwollendes Lachen zu hören. Banana Yoshimoto ist im Gespräch über ihr Buch „Moshi Moshi“ mit Knut Elstermann. Auf jede Frage antwortet sie mit einer unglaublichen Ehrlich- und Freundlichkeit.

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In dem Buch Moshi Moshi geht es um einen schmerzlich Verlust eines Vaters und Ehemannes. Tochter und Mutter tun sich zusammen, verarbeiten, trauern. All das auf engstem Raum, aber in dem schönen Szeneviertel Shimokitazawa, das wie eine schöne Energie wirkt.

Es bewegt, als Banana Yoshimoto über ihre Trauer und Heilung spricht. Heilung ist etwas, das das Buch mit sich bringt. Noch einmal mache ich Bilder und lächle über dieser fröhliche Art, aber auch Ernsthaftigkeit, die sie ausstrahlt. Am Schluss können noch ein paar Fragen gestellt werden. Ein paar Leute aus dem Publikum sprechen auch japanisch. Irgendwie eine sehr runde Lesung. Dann ist die Lesung schon vorüber. Die Kassenhalle füllt sich. Denn dort wird Banana Yoshimoto Bücher signieren. Wirklich alle stürmen hin und eine lange sowie breite Schlange entsteht. Ich hole mir einen Tee, denn alles wird noch bis nach 22 Uhr gehen. Kurz sehe ich dem Treiben zu, ziehe mich dann aber zurück. Der Bereich zu dem großem Saal und oberes Foyer sind mit großen Glastüren getrennt. Nur die Arbeiter sind hier. Als die Tür geschlossen wird…Stille. Ich genieße das und schaue zu. Nur allmählich leert sich alles. In der Zwischenzeit schreibe ich einen Kurzbericht. Irgendwann sind alle Gäste weg. Ich kehre wieder zurück nach vorn, und Banana Yoshimoto steht nun mit ihren Lieben im Eingangsbereich, lächelt. Ein Fotograf macht Bilder. Nur wenige haben diesen Moment, (um genau zu sein nur sechs, plus ihre Familie) und als dann Banana Yoshimoto ihr Kind ganz fest an sich drückt und mit ihr Kreise dreht, rumalbert, bin ich gerührt. Etwas Normales, was eine liebende Mutter tut, aber dennoch einer der Momente, die ich nie vergessen werde. Dann fährt das Taxi vor, und Banana Yoshimoto rauscht mit ihren Lieben durch die Straßen von Berlin. Was für wundervolle, wenn auch wenige Stunden.

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Ein Kommentar zu “Banana Yoshimoto. Moshi Moshi. Lesung und Gespräch mit Knut Elstermann. Internationales Literaturfestival Berlin.

  1. dj7o9 sagt:

    Wäre gerne tatsächlich dabei gewesen, aber durch deinen Beitrag kann ich wenigstens durchs Schlüsselloch gucken 😉

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