Deon Meyer. 13 Stunden

Mit „13 Stunden“ von Deon Meyer fing alles an. Ich zweifelte erst etwas nach dem ich diesen Buchtipp erhalten hatte. Bis auf Henning Mankell lese ich aus dem Genre Krimis kaum etwas oder scheitere an der Flachheit des Inhaltes oder fehlenden Sprachgewalt. Nun gab ich Deon Meyer eine Chance. Es geschah das, was ich nicht gedacht hätte. Ab der ersten Zeile rannte ich mit dem Opfer einer jungen Frau, die gejagt wird mit und die Spannung kribbelte wie ein angenehmer Kältehauch bei dauerhafter Hitze. 

Es gibt einen Wechsel zwischen dem Opfer, der Tat und dem Protagonisten. Der Protagonist ist Bennie Griessel. Ein eigenartiger Inspektor, der ein Alkoholproblem hatte, Glück ist nicht so ganz seine Sache. Er hat Probleme mit seiner Frau, ist unbequem, trotzdem tiefsinnig. Seit Jahren ist er im Geschäft und damit besser als die Neulinge, die nachdem das Opfer getötet wurde, auch zum Tatort kommen. Ein merkwürdig zusammengewürfeltes Team bietet sich dann. Etwas auf das Griessel keine Lust hat. 

Schauplatz des Romans ist Afrika. Rau ist es dort in Kapstadt und doch wieder schön. Auch hier immer ein Wechsel. Schönheit und Verbrechen, Gesellschaftskritik laufen nebeneinander. 

  

Deon Meyer verpackt alles zu einem perfekt gepackten Paket. Er gibt Einblicke in das Geschehen, das Leben der Menschen und die politische Lage dort und der immer noch vorhandene Rassenhass. Ich lerne das Land kennen, lese Landschaftsbeschreibungen, die neugierig machen, endlich nach Afrika zu fliegen, dann einen etwas skurillen Inspector, den wohl jeder genau deshalb lieben wird und diese unglaubliche Spannungskonstante. 

Der Krimi ist ein Sog. 

Bennie Griessel hat einen äußerst schlechten Tag erwischt. Erst der Mord einer jungen Frau, dann wird ein Toter in seinem Haus gefunden. Am Abend hat er eine Verabredung mit seiner Frau. Alles bildet Knoten und ich verfalle Meyers Schreibweise, die mich oft an Mankell erinnert. So gut, so sprachgewaltig. Zeilen, egal ob in einem Liebesroman oder Krimi müssen bildhaft und klug sein. So kann ich hineinspringen, mich darauf einlassen und in eine andere jeweils neue, unbekannte Welt fliehen. Die Zeit läuft. Es bleiben nur noch knapp 13 Stunden. 

Viel mehr möchte ich nicht verraten, da dies ein hochspannendes Erlebnis ist, das noch in mir ist, ich es weiter genieße und jeder seine Erfahrung in alles einzutauchen, selbst machen soll. Nur so viel sei gesagt Ich bin süchtig geworden. Die größte Freude daran ist, dass es mittlerweile eine Griessel-Reihe gibt, die Deutschland erobert. 
Mittlerweile habe ich fast alle Bände gelesen und freue mich weiter diese zu verfolgen. Es gibt sie also noch, jene Krimis, die mich fesseln und ich glaubte fast nach Mankell sei dies verloren gegangen. Ich kann nur bestätigen, was über Deon Meyer geschrieben und gesagt wird. Er ist wahrlich eines der weltbesten Krimiautoren. 

„13 Stunden“ von Deon Meyer ist ein perfekter Roman, um nun einmal in eine grandiose Krimireihe einzusteigen und sie immer weiter und weiter zu lesen.

Deon Meyer | 13 Stunden | Aufbau Verlag | Aufbau Taschenbuch | 17 Februar 2014 | 467 S. | 9,99 € | ISBN: 978-3746630496

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