No Bitch! Frauen sind wertvoll. Für mehr Feminismus.

Jedes Jahr am 14. Februar gehen viele Frauen zu One Billion Rising. Es wird gegen Gewalt an Frauen und Mädchen getanzt. Am Ende des Liedes stehen alle auf…We are Mothers, Teachers, beautiful creatures…

Genau und an der Stelle gleich, wir sind keine Schlampen oder Hündinnen. (Wikipedia) Bitch ist ein Schimpfwort (siehe Wörterbücher, bitte nicht immer nur allein der Quelle Wikipedia vertrauen)

Es ist wichtig, dass wir Frauen einfach wir sind. Nicht, wie andere es denken oder wollen. Seid ihr selbst und nehmt kein Image an, welches andere haben. 

No Bitches.

Also mal etwas nachgedacht, etwas hin und her gedacht, genauer betrachtet.

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Gegenwärtig gelten Begriffe, wie Bitch, Girlie, It-Girl leider als toll. Die englische Sprache wird im Deutschen positiv umgedreht. Die wahre Übersetzung von dem Begriff „Bitch“ ist damit schnell vergessen, nahezu unter den Teppich gekehrt. Ein Wortverbrechen, finde ich. Auf vielen Seiten wird Feminismus geschrien, der so wichtig ist und doch tauchen diese Begriffe auf. Missy Elliot singt „She´s is a bitch“ Der Inhalt des Songs nun mehr als dürftig, aber das wird nicht beachtet. Solche Begriffe sind zu modern geworden und gelten als cool. Ich lese dies und so jung ich auch noch bin, kann ich dies nicht einfach so nicht stehen lassen.

Wenn sich Frauen so definieren, dann ist in der Aufklärung und im Denken für mehr Frauenrechte/Frauengleichberechtigung eine Lücke deutlich.

Eine Bitchwahl als Lockmittel ist definitiv die falsche Richtung für Toleranz, Akzeptanz von Frauen , egal ob lesbisch, bi, hetero, trans*.

Achten einige Frauen sich noch genügend? Mangelt es an zu wenig Aufmerksamkeit? Ist das neue Cool etwas billig angehaucht? Sind selbstbezeichnete „Bitches“ wie Lady Bitch Ray der neue Anspruch? Sinkt der Anspruch so sehr, dass es für ein Kompliment wie „Du bist umwerfend klug und schön“ keine Freude für einige Frauen mehr gibt? Ist der Begriff Bitch in der lesbischen Community mehr Trend als woanders? 

Nun, ich hoffe nicht. Denn ich finde alles geht auch mit Klasse. Ich lebe offen, mag Normbeziehungen nicht, liebe beide Geschlechter, rede frei über unterschiedliche Themen, spreche ohne Hemmungen über Sex, das Blatt vor dem Mund nutze ich nicht. 

Ich arbeite frei, brauche keinen Schatten. Mir ist Feminismus wichtig und „Bitch“ ist für mich ein schlechtes Wort. Es ist kein Kompliment, weil einige Menschen glauben das Wort in Deutschland eine andere Bedeutung geben zu müssen.

Launenhaft und fast manchen Männer entgegenkommend, wirkt es. Ich möchte lieber mit Charlotte Rampling oder Hillary Clinton einen Tee trinken als mit einer Frau , die sich „Bitch“nennt.

Mich bewegt das und ich rede mit ein paar Frauen, die älter sind als ich. Was meinen sie dazu? Was wenn der Begriff wirklich ernst gemeint ist, kein Spiel?Durch Onlineplattformen und ein Handy bilden sich schnell, kurze aber effektive Dialoge. Zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass der Begriff doch negativ bewertet wird, auch als ich sage, dass es hier auch als positiv empfunden wird. Es bleibt negativ ist der Schlusssatz von allen. Das beruhigt mich etwas. 

Denn wir Frauen sollten uns mehr wert sein. Es kann nicht sein, dass für Frauenrechte gekämpft wird und dann werden Abstriche gemacht. Bitch oft in Pink, dann in  angeblichen coolen Sendungen. Vielsagend aber nicht vielversprechend.

Welche Frauen geben sich für so etwas her? All dies frage ich mich gerade. „Bitch“ ist umfassend zu einem Trendbegriff geworden, der nicht von Gedankentiefe ist. Frauen, gerade junge Frauen sollten eigenständig sein und nicht andere nachahmen oder sich durch so eine verachtende Idee, klein machen. Das hat niemand nötig. 

2016 also und auch an der Stelle haben wir Rückschritte gemacht, wenn vielleicht auch nicht so viele. 

Die AFD möchte das alte Frauenbild zurück und manche Frauen freuen sich über den Begriff Bitch. Das hat nichts mit Emanzipation zu tun, sondern ist eher traurig.

Das Wort „Bitch“ ist nutzlos. Es wertet das Wertvolle einer Frau ab.

Es sei denn sie wählt diese Definition selbst.

Mit solchen Begriffen können sich Frauen selbst aber auch klein machen. Dabei sollten wir aufstehen und gestandene, freie Frauen sein, die es gar nicht nötig haben sich so zu bezeichnen, weil wir einfach auch so grandios, intelligent, sexy sind!

Generell wird oft, wenn auch noch zu wenig nach Frauenrechten geschrien. Frau soll nicht als Objekt gesehen werden. Die Frau von heute ist frei und nicht billig. Sie muss nicht laut sinnlos umher schreien oder Sex als Mittel für Aufmerksamkeit nehmen. Wenn Laura Merritt das macht , ist es auch immer auf eine sehr kluge Art und Weise.

Eine gestandene Frau kommt auch weit ohne Girlie-Getue. Hier ist aber zu unterscheiden, das Sex nie ein Tabu sein sollte. Intelligent sexy ist anziehend. Dennoch gibt es Unterschiede offen damit umzugehen, frei über Vorlieben, guten Sex zu sprechen oder ein Scheidensecret an einen Moderator weiterzugeben. (Lady Bitch Ray in einer TV-Sendung) Letzteres hat für mich dann die Grenze des niveauvollen Feminismus und einer klugen Frau verloren.

Für mich sind Lady Bitch Ray und Missy Elliot keine angemessenen Beispiele den Begriff „Bitch“ schön zu reden, was wie oben geschrieben, generell nicht geht. Im Gegenteil. Dies sind keine Ikonen oder Frauen, die ein Maßstab von Feminismus und Freiheit sein sollten.

Wir Frauen sollten uns mehr wert sein als das, was zwei Frauen sagen. Dennoch ist der neue Feminismus anders, freizügiger. Laura Merritt ist eine Vertreterin des sexpositiven Feminismus und sie ist großartig. Kein Tabu was Sex betrifft. Sie redet offen, frei raus. Sie ist die Frau zu der man geht und über Sex redet und nebenbei Sexspielzeug kauft. Lady Bitch Ray überschreitet für mich manchmal das Maß, aber sie lebt aus, hat einen Style. Somit auch ein Beispiel für Frauen, die nach vorn gehen. Es ist jedem selbst überlassen, wie er/sie das findet.

Gegenwärtig gibt es auch Feministinnen, die in der Politik zugegen sind. Autorinnen, wie Lauren Penny heizen Diskussionen an. In der Regierung, auf der Bühne und Leinwand haben wir tolle Frauen, aber sie kommen auch aus, ohne mit „Bitch“ unnötig Aufmerksamkeit, auffangen zu wollen. Weniger ist was Ausdrücke betrifft, immer mehr und bei den Ansprüchen an sich, kann es gern etwas mehr sein. Dann dürfte es ein gutes Gleichgewicht geben.

Auch in der Liebe, beim Flirt, anderen schönen zwischenmenschlichen Verbindungen ist dann die Frage „Bitch“ oder eine besondere „Frau“ ohne fragwürdigen Zusatzbegriff?

Nun mal ehrlich doch lieber die Frau  ohne Zusatzbegriff. Aber jeder soll dies für sich entscheiden. Abwertend ist nur der Begriff Bitch. 

Für mich sind Ikonen jene Frauen, die in der Frauenbewegung kämpften, die mit Würde, aber auch einem gesunden Dickkopf, Durchsetzungsvermögen etwas erreichten/erreichen. 

Ich vergesse Menschen, wie Clara Zetkin, Simone de Beauvoir, Kate Sheppard nicht.

Dennoch gehe ich mit der Zeit, aber wenn „Bitch“ plötzlich als positiv gewertet wird, läuft etwas schief. Und wir reden nicht von einem sexy Wortspiel, das einmal als Spaß oder Liebesspiel angewendet wird.

Love is a bitch“ ist ein anderer Satz, der oft kursiert.

If I´m the one with a vagina,

why are you acting like such a bitch?“ , ist ein weiterer Satz.

Ja, was denn nun??

Also doch negativ. Die Umdrehung der Definition aus dem Englischen erschlägt sich somit von selbst.

Ganz klar ist „Bitch“ nicht meine Sprache und gewiss auch nicht derer, die Frauen achten und sich selbst wertschätzen können.

Frauen sind wundervoll, wertvoll, klug, sinnlich, atemberaubend, verzaubernd, stilvoll, erotisch, sexy, gepflegt, locker, warmherzig, klassisch, elegant, rockig…

Sie sind so viel mehr…aber keine Bitch.

Worte sollten nicht umgedreht werden und der Anspruch in keinem Bereich sinken. Es obliegt der Philosophie manche Begriffe in Frage zu stellen. Doch „Bitch“ hat weiter eine negative Bedeutung. Keine Frauen, wie Lady Bitch Ray, Missy können dies ändern.

Frau, sagt schon alles . Mehr braucht es nicht.

Wenn Feminismus dann richtig.

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2 Kommentare zu “No Bitch! Frauen sind wertvoll. Für mehr Feminismus.

  1. dj7o9 sagt:

    Ich mag alle Formen von Feminismus und habe daher weniger Probleme mit der Bitch-Bewegung 😉 Ich mag deinen Artikel, auch wenn ich selber sehr locker umgehe mit Sprache. Ich bin und bleibe Feministin. Liebe Grüße, Bingereader

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